2018-07-19

Wundervolles Tasmanien - die Ostküste

Samstag,10.März 2018
Tasmanien stand schon ganz lange auf meiner Bucket List und vor 2 Wochen ging dann im Anschluss an die Blue Mountains endlich der Flieger von Sydney nach Hobart, Australiens 7. Bundesstaat. Der Start war etwas gruselig, da unser Flieger richtig laut gepfietscht hat und von innen so aussah, als würde gleich alles auseinanderfallen:D Aber Jetstar hat uns sicher ans Ziel gebracht und der Landeanflug war ein einziger Traum! Wir haben so viele tolle Landschaften von oben gesehen und waren jetzt noch mehr gespannt, das ganze dann genauer anzuschauen. Angekommen, machte ich mich mit Papa schnell auf den Weg zur Vermietung, da die nicht auf uns warten wollten. Der Frau dort hat man auch richtig angemerkt, dass sie Feierabend machen wollte. Da unser Flieger um 4 landete und die Vermietung halb 5 schließen wollte, war das für uns eine ganz schön knappe Sache. Mama nahm in der Zeit unser Gepäck in Empfang. Und dafür verdient sie auch einen Orden, 3 große Gepäckstücke ganz alleine aus dem Flughafengebäude zu hiefen muss man erstmal schaffen und ich half Papa in der Vermietung beim Übersetzen, halleluja haben die tasmanier einen Akzent drauf, da hatte sogar ich teilweise zu tun:D Aber danach ging es endlich los mit unserem Camper und wie sollte es anders sein, machten sich die ersten Probleme bemerkbar. Da die Kupplung sehr haklig war, roch das Auto dementsprechend und die Motorkontrolleuchte machte sich bemerkbar. Nach einem ewiglangen Kampf, schaffte ich es endlich bei der Vermietung anzurufen und wo ich im deutschen schon keine Ahnung von Technik habe, schweigen wir mal lieber, wie ich es geschafft habe, das auf Englisch zu erklären. Jedenfalls kam raus, dass die Leuchte bei dem Camper immer an ist und wir unbesorgt weiterfahren können. So fuhren wir gemütlich in Richtung Tasman Peninsula, natürlich nicht ohne weiteres Chaos( Erst war auf unserer Straße eine Vollsperrung und wir mussten irgendwie einen anderen Weg finden, und dann ist auf mysteriöse Art und Weise der Wasserhahn angegangen und mit einem rasanten Fahrmanöver haben wir es grade noch zum halten geschafft um das Auto nicht komplett zu überschwemmen, dabei brauchten wir auch eine panische gefühlte Ewigkeit um rauszufinden, das der Hahn entgegengesetzt zu uns funktioniert). Erschöpft kamen wir im dunkeln auf einem kleinen Zeltplatz an und auf dem Weg dahin konnte ich Mama und Papa schon das erste Känguru zeigen.. Wir haben im Übrigen auf Tassie fast jeden Tag eins gesehen.
Bye Sydney. Ein bisschen wehmütig war ich schon, da das Verlassen des Festlandes auch schon ein kleiner Abschied war. Vor über 6 Monaten hatte hier mein Abenteuer angefangen. Einfach nur Wahnsinn was ich in der Zeit alles erleben durfte. Umso trauriger war ich, dass die Reise hiermit sich langsam dem Ende neigte.

Doch jetzt erstmal weg mit allem Abschiedsschmerz. Tasmanien wartet! Der Landeanflug war einfach nur traumhaft schön gewesen. Da wir von Norden aus kamen (von wo auch sonst, weiter südloch geht nicht:D), sahen wir sehr viel vom Inland und ich stellte mir insgeheim die Frage, an welchen Orten wir wohl noch vorbeikommen würden in den nächsten 2 Wochen.
 
die ersten Kilometer auf tasmanischen Straßen waren so vielversprechend, dass ich die nächsten Tage kaum abwarten konnte.


Sonntag,11.März 2018
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es dann auf die Tasman Peninsula und wir schauten uns einige interessante Felssteinformationen an der Küste an. Danach konnten wir uns nicht so recht entscheiden zu welchem Cape wir jetzt fahren. Entschieden uns aber wegen der schon fortgeschrittenen Zeit für das Cape Hauy. Dahin zu gelangen war gar nicht so einfach und ca.15km gravel road(Schotterstraße) galt es zu bewältigen. Doch als wir am Zeltplatz ankamen wurde uns klar, dass wir genau die richtige Entscheidung getroffen haben. Der Platz an sich war nix besonderes und leider viel zu teuer, jedoch war die Lage unschlagbar. Wir hatten Blick auf eine wunderwunderschöne Meeresbucht mit kristallklarem Wasser, einer leichten Brise Wind, frühlingshaftem und angenehm warmen Wetter(das haben wir nach dem kalten Sydney auch nötig) und einer traumhaften Bucht mit fanstastischem Sandstrand, wenn nur das Wasser nicht so kalt wäre um darin zu baden. Nach der wohlverdienten Mittagspause und einem straffen Zeitplan, ging es auf die 4h Wanderung zum Cape Hauy. Der Aufstieg war schon anstrengend und irgendwie wollte der Weg kein Ende nehmen, aber als wir über die Bergkuppe hinweg waren, offenbarte sich  ein wirklich toller Blick. Das Cape Hauy besteht aus ganz vielen, tollen Felszacken die einfach aus dem Meer an der Küste emporragen. Dahinter dann die zart begrünten Hügel und der Dunst der allmählich einsetztenden Abendsonne machten das ganze sehr besonders. Die Wanderung war einfach fantastisch und bevor es dunkel wurde, waren wir sogar zurück am Camper und beobachteten auf dem Zeltplatz die ersten Wallabies.




Eindrücke von unserem absolut fantastischem Zeltplatz <3

 
wenn das Wasser nur nicht so wahnsinnig kalt gewesen wäre, könnte man hier auch noch eine Woche Badeurlaub einlegen. Aber auch ohne Wärme hätte ich hier Ewigkeiten bleiben können.


Nachdem wir am Zeltplatz eine entspannte Mittagspause eingelegt hatten, begannen wir eigentlich viel zu spät die Wanderung zum Cape Hauy. Wow waren das ein paar geniale Aussichten. Der seidig glatte Wasser und der Dunst am Horizont brachten eine so friedliche Stimmung.


endlich angekommen nach einem ewigen Auf und Ab.  Aber hier war definitiv der Weg das Ziel und das wilde Cape bot dem ganzen noch das Sahnehäubchen.

einfach mal entspannen- hab ich ja in dem Jahr nicht oft genug gemacht :D

Wallabies- Mama und Papa waren sehr schnell für diese putzigen Wesen zu begeistern. Man kann sie einfach nur süß finden und Stunden beobachten.

der Platz an sich war nix besonderes, deswegen war der hohe Preis schon sehr frech. aber die Lage hat alles wieder wett gemacht. Hier seht ihr auch mal unseren super coolen Campervan, den wir kurz darauf diesen schönen Berg runterschubsen durften.

Montag, 12.März 2018
Den Tag mussten wir eher widerwillig sehr schwungvoll beginnen. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Freien und einem letzten Spaziergang zur Bucht hinunter stellten wir fest, dass unsere Autobatterie leer ist und der Camper einfach nicht anspringen wollte.  Was macht man, wenn man auf einem Platz irgendwie im Nirgendwo ohne Handyempfang steht? Auf freundliche Leute warten weil Reisende helfen sich immer. So hat uns ein ganz lieber Mann Tipps gegeben und hat uns geholfen das tonnenschwere Auto in Nähe des kleinen Abhangs zu schieben und es da anrollen zu lassen und gottseidank hat es geklappt. Vorsichtig setzten wir die Fahrt nach diesem Schrecken fest und als wir wieder in halbwegs zivilisierter Umgebung waren, führte ich einige Telefonate mit der Vermietung, die sich nicht so ganz schlüssig waren, was sie machen sollten. Also fuhren wir die ganze Strecke zurück zum Flughafen, ließen uns (also dem Auto) eine neue Batterie einbauen und einen größeren Kochtopf geben, da man mit unserem einfach nicht für 3 Leute kochen konnte. Das klappte zum Glück echt problemlos. So fuhren wir dann gegen Nachmittag die Ostküste gut bis zur Hälfte hoch, in Richtung Freycinet National Park. Die Unterkunftssuche gestaltete sich hier als nicht gerade einfach, da schon alles ausgebucht war. Die freien Campsites lagen zu weit außerhalb und so mussten wir leider 50$ für den teuersten in Coles Bay, der noch verfügbar war bezahlen. Aber da wir sowieso Strom aufladen mussten hat es schon gepasst. Wenigstens gab es mal kostenfreie Duschen und wir haben abends am Meer noch einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauen können.

Dienstag, 13. März 2018
Endlich endlich endlich ging es zur heißbegehrten Wineglass Bay. Hierfür standen wir zeitig auf und verließen gegen 8 den Zeltplatz. Im Internet hatte ich zahlreiche Fotos gesehen und wollte mich endlich selbst von diesem schönen Stück Erde überzeugen. Am Anfang des Wanderweges gab es eine kleine Unstimmigkeit zwischen mir und meinen Eltern. Ich wollte den Mount Amos Track klettern, direkt auf die Spitze des Berges um den optimalen Blick zu haben. Mama und vor allem Papa waren sich wegen der Warnschilder unsicher, ob wir diesen Weg auch wirklich schaffen würden und wollten so lieber den normalen Wanderweg gehen. Als ich sie überzeugt hatte, dass man denschönsten Blick nur von oben hat, haben wir es schließlich gewagt und ich bereue keinen einzelnen Schritt. Papa war da evtl. zwecks Höhenangst anderer Meinung. Aber dies war der Moment in dem ich mich für sämtliche Wandertorturen meiner Kindheit rächen konnte und die Rollen mal tauschte:D Der Weg war echt der coolste den ich jemals gelaufen bin. Man musste stets über irgendwelche Felsen klettern und sich an ziemlich steilen Felshängen emporhangeln. Auch die Aussichten die man zwischendurch hatte waren atemberaubend. Der Blick vom Gipfel an sich war dann leider gar nicht mehr so überwältigend, da ich schon zu viele Fotos gesehen habe( es ist echt besser ich würde mich einfach mal überraschen lassen, aber da kommt die deutsche Organisationswut wieder durch;D). Alles in allem war eines meiner Highlights auf Tassie und dies war einer der Orte, an denen man am liebsten festwachsen möchte. Der Abschied fiel nicht leicht, aber da der Abstieg nochmal genauso so schön war, entschädigte es ein wenig. Unten angekommen begaben wir uns auf den 1stündigen Weg zur Wineglass Bay direkt. Hier schwanden mir langsam die Kräfte und da es ziemlich warm geworden war, konnte ich es kaum abwarten endlich an diesem Traumstrand anzukommen. Der normale Lookout vom Weg war nicht so toll, da er von Touris überlaufen war, aber der Strand war einsame spitze. Wieder einmal das typische kristallklare, türkise Wasser für Australien und der superweiße und feine Sand. Nach der wohlverdienten Mittagspause ging Mama baden( alle Ehre, denn das Wasser kam gefühlt vom kältesten Punkt der Arktis). Auch hier mussten wir uns gegen 4 schweren Herzens verabschieden und machten uns so auf den Weg zum Camper. Heute übernachteten wir auf einem schönen Freecamp an den Friendly Beaches inklusive Wallabie Besuch. 
das Bild schüchtert schon etwas ein. Ich denke es liegt daran, dass man hier sehr viele Menschen nur in Flipflops auf sämtichen Wanderungen sieht. Hier wäre die Verletzungsgefahr einfach zu hoch.

genau da hoch bitte












Mittwoch,14.März 2018
Nach diesem eindrucksvollen gestrigen Tag war es wirklich schwer die Hazards samt Mt. Amos zurückzulassen. Gemütlich tuckerten wir die Ostküste gen Norden und kamen um die Mittagszeit an der Bay of Fires an. Hier fuhren wir auf gut Glück einige Nebensträßchen ab um diese imposanten Formationen an einsameren Buchten erleben zu können. Das türkise Wasser und die fantastischen Felsen ließen uns so schnell auch nicht los. Wäre das Wasser bloß nicht so kalt und der Himmel bedeckt gewesen hätte man hier einen super Badetag einlegen können. Baden waren wir dann an einer späteren Bucht trotzdem noch, da wir die Nacht wieder auf einer kostenlosen Rest Area verbringen wollten. Das Wasser war saumäßig kalt, aber es hat sich gelohnt. Und außerdem für mich sehr wehmütig, das letzte Schwimmen in der tasmanischen See. So ging es für uns auf Richtung Mitte des Landes und langsam merkte man, dass die Reisepläne nicht mehr ganz so gut durchdacht waren und wir öfter mal planlos dastanden. Dies lag aber auch größtenteils an den immensen Entfernungen von einer Sehenswürdigkeit zur anderen und der Frage, ob sich diese auch lohnt( Wie die Pinguine bei Devonport die wir dann ausgelassen hatten). Auf dem Weg begrüßten wir die ersten Farnbäume und die karge Ostküste führte uns in ein wahres Dschungelparadies. Ich weiß noch wie ich mich gefreut habe endlich wieder grüne Wiesen zu sehen, nach 7 Monaten im Kargen und Trockenen. Für Mama und Papa war das eher normal, da es zuhause auch grün ist, aber wenn man es nicht gewöhnt ist wird man umso dankbarer.





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